Berichte von unseren Skitouren

Skitourentage in den Dolomiten

 

 

 

Vom 08. bis 13. März war der Tuscherhof im Pustertal, in der Nähe des Pragser Wildsees, unsere Basis für Skitouren in die umliegenden Dolomiten. Bei der Anreise kamen beim Blick auf die Südhänge schon Frühlingsgefühle auf, da von Schnee dort fast nichts mehr zu sehen war. Den letzten Niederschlag in Form von Schnee gab es Mitte Januar. Die Auswahl an möglichen Skitouren war hier durch ein wenig eingeschränkt. Rainer, unser Tourguide, kennt sich in dieser Gegend jedoch sehr gut aus, und hatte für die nächsten Tage die perfekten Touren rausgesucht. Am ersten Tag, es erwartete unser strahlend blauer Himmel, der für die nächsten Tage unser ständiger Begleiter bleiben sollte, ging es per Bus zum Startpunkt unserer ersten Tour. Praktischerweise lag die Bushaltestelle direkt vor der Tür. Vorbei an der Rossalm Hütte ging es auf den Großen Jaufen. Der Blick auf die die umliegenden Dolomitengipfel war Belohnung genug für die Mühen des Aufstiegs. Die Abfahrt ging runter zum Pragser Wildsee. Einige Passagen waren jedoch recht vereist, so dass es bergrunter fast genauso schweisstreibend war wie bergauf. Im Skatingstil ging es dann über den gefrorenen See zum Bus. Zur Nachbesprechung ging es dann noch auf die Sonnenterasse des Hotels. Im Anschluss an das 3-Gänge-Menue wurde die Tour für den nächsten Tag festgelegt. Es sollte durchs Val Popena gehen. Vom kleinen Parkplatz aus starteten an diesem Tag leider nur noch 8 Skitourengeher. Willy hatte sich bei der gestrigen Tour leider eine Verletzung am Schienbein zugezogen und musste allein eine Wanderung machen. Die ersten Meter führten uns noch über schmale Wege durch den Schatten. Nach einiger Zeit öffnete sich jedoch das Tal und wieder empfing uns die Sonne. Unterwegs mussten die Skier abgeschnallt werden, um ein Bachbett zu überqueren. Knapp unterhalb vom Gipfel, wieder mit traumhafter Kulisse, zogen wir unsere Felle ab und genossen die Brotzeit. Bei der Abfahrt war leider auch kein Pulverschnee anzutreffen. Im unteren Teil glich der Weg einer Bobbahn, Spaßfaktor inklusive. Beim Drei-Zinnen-Blick gab es auf dem Rückweg noch einen leckeren Cappucino. Am 3. Tag war geplant von der Plätzwiese zur Geiselleite zu gehen. Da diese Tour kurz sein sollte, entschieden sich Rainer, Lena und Ludwig vorher noch von der Plätzwiese Richtung Dürrenstein zu gehen. Der Rest der Truppe nutzte die Zeit für ausgiebiges Sonnenbad mit Kaffee.

 

Von der Plätzwiese ging es zunächst über einen Winterwanderweg bergab, um dann durch den Wald Richtung Geiselleite aufzusteigen. Durch sulzigen Tiefschnee suchten wir, besser gesagt Rainer, uns einen Weg. Auf der Hochebene gab es einen freien Blick auf die 3 Zinnen. Bei einer Hangquerung mussten wir das einzige Mal auf der gesamten Tour die Harscheisen anlegen. Da uns wider Erwarten ein weiteres Tal im Weg stand, ging es auf demselben Weg zurück, die letzten Kilometer über eine Rodelstrecke bis zum unteren Parkplatz. Zeitlich ins Hintertreffen geraten, war der letzte Bus leider schon länger weg. Jetzt ging es darum, Handyempfang zu bekommen, um Willy zu kontaktieren, er uns dann dankenswerter Weise abgeholt hat.

 

Tag 4 und damit letzter Tag. Dezimiert um eine weitere Person, Carsten hatte sich am gestrigen Tag den Köchel im Skischuh lädiert, ging es Val Fonde – Tiefental. Vom Parkplatz aus ging es zunächst recht flach Richtung Aufstieg. Willy und Carsten begleiteten uns noch ein Stück zu Fuss. Das immer enger werdende Tal gab dann einen atemberaubenden Blick frei auf unser Ziel. Links und rechts säumten gefrorene Wasserfälle unseren Weg. Auch hier mussten wir unsere Skier wieder abschnallen, um ein Bach zu überqueren. Stefan und Georg entschlossen sich, kurz vorm Gipfel, aufzuhören wenn es am schönsten ist. Wellness stand auf dem Programm, Ziel war das Schwimmbad in Innichen. Die restlichen Teilnehmer waren noch fit genug, um noch ein Stück weiter zu laufen.

 

Fazit der Tour: Es hätte fast nicht schöner sein können. Wir hatten die ganze Woche nur Sonne und einen strahlend blauen Himmel. Rainer hat für unser superschöne Touren rausgesucht. Es hat sich keiner ernsthaft verletzt. Die Unterkunft war super. Nur ein bisschen mehr Powderschnee hätten wir uns alle gewünscht.

 

Georg Stegemann

 

 

 

 

Skitour am 15.01.22 mit Rainer zum Hausberg in Garmisch-Partenkirchen:

 


Die für den Herzogstand geplante Anfängertour wurde mangels Schnee zum Hausberg verlegt. Nach der Anfahrt mit dem üblichen Stauecken und dem ersten belegten Parkplatz am Hausberg bewegte sich die bunt gemischte Gruppe von insgesamt 6 Personen zum ersten und steilsten Anstieg. Zwischendurch gab's Spitzkehrenpraxis und immer wieder nützliche Tipps von Rainer. Auf der Skiroute ging es an der Tonihütte vorbei in den Wanderweg nahe der Skipiste. In Serpentinen immer aufwärts mussten zwischendurch die Ski abgeschnallt werden, da der Schnee stellenweise fehlte. Oben angekommen waren wohl alle überrascht, schon das Ziel in Sicht zu haben. Auf 730hm liegt die Tröglhütte, wo sich alle noch einmal stärkten, bevor es zur gemeinsamen Abfahrt Richtung Piste ging. Mit einer letzten Pause in der Sonne nahe der Bergstation Hausbergbahn, ein paar Grundkenntnissen durch Rainer zur Lawinenkunde und der anschließenden Abfahrt ins Tal ging ein schöner und interessanter Skitourtag zu Ende. 

 

 

Skitourenwochenende auf der Reuttener Hütte (Selbstversorgerhütte) 11. bis 13.Februar 2022

 

 

Nach einem Jahr Pause aus bekannten Gründen konnte heuer wieder das beliebte Skitourenwochenende mit Rainer Riedl stattfinden.

 

Er hatte dieses Jahr zum ersten Mal die Reuttener Hütte als Ausgangs- und Übernachtungspunkt ausgemacht, um von dort die umliegenden Hänge und Gipfel unter die Felle zu nehmen. Die Topographie vor Ort bot für viele Schnee- und Lawinenlagen größtmögliche Flexibilität, um kurzfristig auf die Lawinenlage reagieren zu können.

 

In Fahrgemeinschaften fuhr die bewegungshungrige Truppe am Freitagmittag bei Sonnenschein von Dießen los und erreichte den Ausgangspunkt hinter Berwang am Nachmittag. Das Abendessen für die nächsten Tage wurde auf die Rucksäcke verteilt, Skier angeschnallt und schon ging der frühabendliche Aufstieg bei guter Schneelage los.

 

Die 600HM zur Hütte mit moderater Steigung bot der Gruppe die erste Gelegenheit sich kennenzulernen. Das Wetter zeigte sich hier nicht zum letzten Mal von seiner allerbesten Seite - das trug natürlich zur guten Stimmung bei. Die Hütte wollte dann zunächst aktiviert, Wasser organisiert und der Schneegraben zum sehr einsamen Örtchen gegraben werden. Nur zwei weitere Personen waren an diesem Wochenende auf der Hütte zu Gast und so hatte man genügend Platz zum ungestörten Kochen, griabigen Beisammensitzen und einer vorliebengerechten Schlafplatzaufteilung bzgl. Geräuschkulisse, Temperatur sowie Fensterkippwinkeln.

 

Nach dem ersten gemeinsamen Abendessen, das Risotto wird von Jahr zu Jahr ausgefeilter, wurden die wichtigsten Sicherheitsregeln wiederholt, der Verhaltenskodex für die kommenden Touren erklärt und der Lawinenlagebericht gemeinsam studiert.

 

Nach einer recht zapfigen Nacht erwartete die Teilnehmer strahlender Sonnenschein und Pulverschnee vom Feinsten. Frühstücken, Felle striegeln, LVS-Check und schon konnte der erste unberührte Hang in Angriff genommen werden. Dabei nutzte Rainer die Zeit, Spitzkehrentechnik trainieren zu lassen, lokale Gefahrenstellen zu analysieren und die Routenwahl zu erläutern. Alle saugten die Informationen auf, wollte doch jeder so viel wie möglich über das sichere Verhalten im freien Gelände lernen. Die erste Abfahrt hätte nicht besser sein können: unberührter Schnee, Sonnenschein und perfekte Hangneigung. Endorphine wurde reichlich ausgeschüttet. Da noch viel unverspurter Hang übrig war, entschied man einstimmig, dass man nach kurzer Stärkung den gleichen Hang nochmals befahren wolle und der Spaßfaktor blieb weiterhin hoch. Zum Abschluss des Skitages wurde noch eine Such- und Ausgrabeübung durchgeführt und der letzte Haushang begangen. Gesellige Gespräche und köstliche Kasspatzn rundeten den vollends gelungenen Skitag ab.

 

Am Sonntag entschloss man sich das allseits beliebte Galtjoch zu besteigen, das über der Reuttener Hütte trohnt, allerdings auf einer weniger begangenen Route. Mit viel Umsicht und Sicherheitsabstand spurte Rainer den Aufstieg und alle konnten an Ihrer Aufstiegstechnik im steilen Gelände feilen, was sehr gut gelang. Am Gipfelkreuz wurde gerastet, fotografiert und über vergangene und zukünftige Touren in den umliegenden Bergen gesprochen. Abwedeln zur Hütte, Großreinemachen und eine abwechslungsreiche Waldabfahrt bei strahlendem Sonnenschein in weiterhin pulvrigem Schnee schlossen das rundum geglückte und verletzungsfreie Wochenende ab.

 

Das Lob der Teilnehmer an Rainer für die Organisation, die umsichtige Durchführung und das grandiose Wetter fiel groß aus und wurde von manchen schon als das Highlight des Jahres bezeichnet.

 

Peter Scheffer